Petition gegen 120 Mio Geschenk an Profifußball

Stadtrat Niko Fostiropoulos hat seine angekündigte Petition gegen die Finanzierung eines neuen Fußballstadions im Karlsruher Wildpark aus dem städtischen Haushalt gestartet.

„Wir sind für ein neues Fußballstadion, wir sind aber gegen seine Finanzierung aus dem Karlsruher Stadthaushalt. Da sich die Mehrheit des Karlsruher Gemeinderates schon auf eine städtische Finanzierung festgelegt hat, sollen mit der Petition nun die Bürgerinnen und Bürger zu Wort kommen“, begründet Niko Fostiropoulos seine Initiative.

Die Petition ist zu finden unter:

https://www.openpetition.de/petition/online/keine-120-millionen-euro-aus-dem-kommunalen-haushalt-fuer-ein-stadion-fuer-den-profifussball

Im Folgenden der Wortlaut der Petition:

Keine 120 Millionen Euro aus dem kommunalen Haushalt für ein Stadion für den Profifußball.

Ein Fußballstadion für den Profisport ist keine kommunale Aufgabe. Die Gelder des kommunalen Haushalts, das heißt die Steuern der Karlsruherinnen und Karlsruher, sind dafür da, bezahlbaren Wohnraum für alle Einkommensschichten zu schaffen, das Gesundheitswesen, die Kultur und den Allgemeinsport zu finanzieren sowie Schulen und andere öffentliche Gebäude zu sanieren. Auch genügend Kitas zur Verfügung zu stellen gehört zu den Aufgaben der Stadt.

120 Millionen Euro für eine 100%-ige Finanzierung eines neuen Stadions aus dem städtischen Haushalt für den Profifußball sind nicht akzeptabel. Der KSC muss Geld erwirtschaften und Sponsoren finden, um den größten Teil der Kosten selbst aufbringen zu können. Erst dann sollte der Gemeinderat eine Unterstützung durch Bürgschaft, Kredit oder einem Zuschuss prüfen.

Begründung

Der Karlsruher Gemeinderat hat im Dezember 2013 abgelehnt, am 25.Mai 2014, dem Tag der Gemeinderatswahl, einen Bürgerentscheid zum Bau des Fußballstadions durchzuführen. Offensichtlich befürchtete das gewählte Gremium die Entscheidung seiner Wählerinnen und Wähler. Zugleich hat er sich mehrheitlich für Zuschüsse in dreistelliger Millionenhöhe für ein Stadion ausgesprochen. Dies steht in keinem Verhältnis zu den lediglich 7 Millionen Euro, welche die Stadt in den kommenden Jahren in bezahlbaren Wohnraum investieren will.

Es geht nicht darum, ein neues, modernes  Stadion für den KSC zu verhindern. Der  KSC ist eines der Aushängeschilder für die Stadt Karlsruhe. Die Frage ist, wer für das Projekt bezahlen soll. Alleine die VIP-Parkplätze sollen 5 Millionen Euro kosten. Der Profifußball ist ein Geschäft –  bei Erfolg ein sehr profitables –  und auch der KSC hat in seinen  guten Zeiten schon Millionen „gescheffelt“.  Ein aus dem städtischen Haushalt finanziertes Stadion, allein für den Profifußball, entspricht weder der finanziellen Gesamtsituation der Stadt Karlsruhe noch ihren eigentlichen kommunalen Aufgaben für die Bürgerinnen und Bürger selbst. Es fehlt an ausreichend erschwinglichem Wohnraum. Man braucht nur über die Rheinbrücke nach Wörth zu fahren und man bekommt einen kostenlosen Kitaplatz. Auch bei der Gesundheit und Pflege wird jeder Euro zweimal umgedreht.

Alle Prestigeprojekte der vergangenen Jahre haben der Stadt Fehlkalkulationen und dauerhafte Verluste eingebracht. U-Strab, Neue Messe, Flughafen und jetzt ein Station für den Profifußball, das offiziell 120 Millionen Euro kosten soll. Auch hier wird wohl mit einer Verdoppelung der Kosten zu rechnen sein. Wann lernen wir endlich aus unseren Fehlern?

Ein neues Stadion schützt zudem nicht vor sportlichem Misserfolg. Stiege der KSC wieder ab, hätte die Stadt auch noch die Unterhaltungskosten für ein neues Fußballstadion am Hals, das weder sie selbst noch die Bürgerinnen und Bürger nutzen könnten. Erarbeitet sich der KSC wieder dauerhaft sportlichen Erfolg, wird er Investoren für ein Stadion nach seinen Wünschen gewinnen. Ein städtischer Zuschuss wäre dann auch angemessen. Völlig unangemessen aber ist ein neues Stadion als Geschenk aus Steuergeldern für das Profifußballgeschäft.

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