Über 3000 Menschen verhindern Naziaufmarsch in Karlsruhe

Erfolgreiche Aktion des Antifaschistischen Aktionsbündnisses Karlsruhe (AAKA)

 Friedlich und Bunt

IMG_6432Trotz der unschönen Aktionen der Polizei in der Bahnhofstraße kann das AAKA diesen Tag als vollen Erfolg verbuchen. An den anderen Blockadepunkten war die Stimmung bei den DemonstrantInnen sowie der Polizei wesentlich entspannter. Durch die Initiative des AAKA und das Mitwirken Stadt Karlsruhe in Form einer Kundgebung auf der Ebertstraße sind über 3000 Menschen dem Aufruf gefolgt den Naziaufmarsch zu verhindert. Im Großen und Ganzen war der 25.05.2013 ein friedlicher bunter Tag des gemeinsamen Protestes, der in seiner noch nicht da gewesenen Form zum Erfolg geführt hat.

 Situation in der Bahnhofstraße

Die Situation in der Bahnhofstraße war ein kompletter Kontrast zu den anderen Blockadepunkten. Hier sahen sich die DemonstrantInnen ständiger Provokationen seitens der Polizei ausgesetzt. In vier bis fünf Angriffswellen traktierte die Polizei die DemonstrantInnen mit ihren Schlagstöcken und setzte in einem Fall Pfefferspray ein. Von DemonstrantInnen Seite wurde dabei immer versucht, deeskalierend auf Polizei und DemonstrantInnen einzuwirken.

„Die Behauptung 40 DemonstrantInnen hätten versucht die Absperrung zu überwinden ist falsch. Wir können lediglich bestätigen, dass eine Bananenschale und ein Böller Richtung Polizei geflogen sind. Dies rechtfertigt allerdings nicht das aggressive Verhalten der Polizei in der Bahnhofstraße“ erklärt Benjamin Krüger Pressesprecher des AAKA.

Insgesamt wurden 10 Personen durch Pfefferspray und 3 durch Schlagstöcke der Polizei verletzt.  

 Gemeinderat  setzt deutliches Signal gegen Rechtsextremismus

Im Vorfeld des Naziaufmarsches hatte der Gemeinderat eine Resolution gegen Rechtsextremismus, für Vielfalt, Toleranz und Menschenrechte verabschiedet, die der AAKA ausdrücklich begrüßt. Bedauerlich ist, dass Oberbürgermeister Mentrup in seinem ansonsten sehr engagierten Aufruf „Karlsruhe zeigt Flagge“ von „extremistischem Gedankengut jedweder Art” spricht. Begriffe wie „extremistisch“ bzw. „Extremismus“ sind nicht nur unpräzise in der Auseinandersetzung mit neonazistischen Haltungen, sie übersehen auch das Problem, dass menschenfeindliche Einstellungen auch in der Mitte der Gesellschaft zu finden sind.

Demonstrationszug und Besetzung der Plätze

IMG_6472Bereits um 10 Uhr hatten sich mehrere Hundert Menschen auf dem Tivoliplatz in der Südstadt versammelt. Um ca. 10:45 Uhr setzte sich der Demonstrationszug mit über 2000 TeilnehmerInnen langsam und lautstark über die Rüppurrer Straße in Richtung Ebertstraße in Bewegung. Vor der Unterführung auf der Ettlinger Straße spaltete sich der Demonstrationszug auf. Ein großer Teil der DemonstrantInnen bog in die Poststraße ab. Nach kurzer Zeit wurde – der von Polizeigitter umschlossene Bahnhofsvorplatz – von mehreren Hundert DemonstrantInnen besetzt.

Ein kleiner Teil der Demonstration ging die geplante Route zur Ebertstraße weiter. Auf dem Weg schlossen sich noch einiger Personen dem Demonstrationszug an. Bei der von der Stadt Karlsruhe durchgeführten Kundgebung in der Ebertstraße hatten sich bei Ankunft der Demonstration bereits einige Hundert Menschen versammelt. Etwa 100 Personen machten sich nach Beendigung der Demonstration auf den Weg in die Victor-Gollancz-Straße, um auch diesen mögliche Route zu blockieren. Damit waren alle möglichen Routen der Nazis (Bahnhofstraße, Poststraße, Am Stadtgarten, Victor-Gollancz-Straße) blockiert. 

www.antifa-buendnis-ka.de

 

 

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