„Liebe deinen Nächsten“….und schicke ihn im Notfall weg?!!

Fassungslos nahmen wir – die Linksjugend [’solid] Karlsruhe – zur Kenntnis, dass eine junge Frau in Köln von zwei Krankenhäusern abgewiesen wurde nachdem Sie mit Drogen betäubt und mit hoher Wahrscheinlichkeit vergewaltigt wurde.

„Wir  fordern die Stadtregierung Karlsruhe dazu auf, sicherzustellen dass in   Karlsruhe und Umgebung eine Versorgung von Verletzten/Hilfebedürftigen sichergestellt ist.

Wir fordern die Regierung dazu auf diese Versorgung in der gesamten Bundesrepublik umzusetzen.

Wir   fordern dazu auf, dass medizinische Versorgung jeder Hilfesuchenden und   jedem Hilfesuchenden gegeben wird und die Verweigerung von explizit   gewünschten Medikamenten, die aus medizinischer Sicht verabreicht  werden  könnten,  ein Ende findet!“, sagt Dennis, aktives Mitglied der Linksjugend [’solid] Karlsruhe.

Die Solidarität mit Opfern in unserer Gesellschaft hat einen weiteren traurigen Tiefpunkt erreicht, insbesondere da es sich bei den beiden Krankenhäusern um katholisch getragene Krankenhäuser handelt, einer Religion also die sich die  Hilfsbereitschaft und die Menschlichkeit  zum Ziel ihrer Handlungen gesetzt hat.

Was der Frau widerfahren ist, ist eines der schlimmsten Dinge die einem Menschen angetan werden können. Die Rechtfertigung der öffentlichen Medien, dass katholisch getragene Krankenhäuser keine sogenannte „Pille danach“ verschreiben, rechtfertigt in keiner Weise die unterlassene Hilfeleistung oder die mit der Abweisung einhergehende Verweigerung  der rechtmedizinischen Verletzungsaufnahme für gerichtliche Verfahren und einer Verfolgung der Täter.

Die verweigerte Aufnahme schloss neben der medizinischen Hilfe auch die mögliche, und sehr wahrscheinlich nötige, psychologische Betreuung der jungen Frau aus.  Die Verweigerung einer Frau zu helfen, die Opfer eines Verbrechens geworden  ist, zeigt, in wie weit die von der katholischen Kirche gepredigten Moralvorstellungen von ihren eigenen Einrichtungen umgesetzt werden.

Durch diese herzlose Ablehnung  die, wie dieser Fall ebenfalls zeigt, kein Einzelfall ist erkennt man  das dramatische Ausmaß der Realität in diesem Gesundheitssystem. Einem Gesundheitssystem, in dem Opfer abgewiesen werden, wenn sie nicht versichert sind oder wenn – was auch immer ihnen widerfahren ist –  nicht mit den Krankenhausstatuten einhergeht.

Die Linksjugend [’solid] Karlsruhe fordert Solidarität mit Opfern von Straftaten nicht nur zu einem Lippenbekenntnis zu machen, sondern diese durch konkrete Maßnahmen im Bereich der Notfallbetreuung zu gewährleisten. Diese Betreuung medizinischer und psychologischer Art muss jenseits von Trägerschaften einzelner Krankenhäuser umgesetzt werden.  Die gegenwärtige Situation zeigt jedoch ein Gesundheitssystem, dass unsozial, herzlos und abweisend gegenüber Opfern von Straftaten ist. Bei der medizinischen Notversorgung dürfen weder Alter, Geschlecht, ethnische Herkunft oder Trägerschaft eines Krankenhauses eine Rolle spielen. In diesen Situationen ist die Solidarität mit den Opfern kein Luxus sondern eine menschliche Notwendigkeit, die ein jedes gesundes soziales Wesen aufbringt.

Das soziale Gesundheitssystem muss wieder sozial werden, um Opfern von Straftaten entgegenzukommen und diese nicht abzuweisen!

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