Beach oder Berge? Die Bundeswehr Action-Camps

 

 

Krieg scheint heutzutage ja richtig “trendy” und “fesch” geworden zu sein. Für jeden Abschuss gibt es eine Justin-Bieber-Fan-Kette und für jede Verwundung ein tolles Miley-Cyrus-Bandana, YEAH! Danke Bravo und Bundeswehr für diese längst überfällige Message.

Geht´s eigentlich noch dreister? Reichen Euch Schulen und Ausbildungsmessen nicht mehr? Nein, müssen es jetzt auch noch Ferien- und Action-Camps sein? Anscheinend wir der Rohstoff Kanonenfutter so knapp, dass jetzt schon zu solchen makaberen Mitteln gegriffen werden muss?

Mit Sprüchen wie “Liebst Du das Abenteuer?” oder “Suchst Du die Herausforderung?” werden junge Menschen geködert, am “Mega-Event von BRAVO und treff.bundeswehr.de” mit zu machen.
Die Zielgruppe der Bravo sind Kinder und Jugendliche im Alter von 10 bis 19 Jahren. Was will die Bundeswehr eigentlich damit erreichen? Ein neues Bataillon Kindersoldaten oder was? Diese Camps sind keine Spaß-Camps damit Eltern mal allein sein können. Hier wird die Perversion auf die Spitze getrieben. Krieg als Spaß-Event mit anschließender After Show Party.

Hier ein paar Daten, die auf den Camps garantiert nicht erzählt werden:

Seit 1998 gab es bei Auslandseinsätzen mehr als 91 tote und 157 verwundete Bundeswehrsoldaten, darunter viele unter 25 Jahren. Viele mehr sind psychisch traumatisiert.

Die Einflussnahme der Bundeswehr bei der Lehrerausbildung steigt: Im Jahr 2009 nahmen 1.100 Referendare und 3.300 Lehrer an Lehrveranstaltungen der Bundeswehr teil.

Die verfügbaren Haushaltsmittel für die Nachwuchswerbung der Bundeswehr sind von neun Millionen Euro (1998) auf 27 Millionen Euro (2010) gestiegen.

Anstatt zu den Camps zu gehen, kann mensch auch was Vernünftiges machen. So gibt es zum einen die bundesweiten Aktionswoche gegen Bundeswehr in Schulen
und Hochschulen vom 24.-29. September 2012 oder gleich jetzt die Unterschriftenliste von Terres des Hommes gegen diese “Action-Camps” unterschreiben.

 

von Ben Brusniak.

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