Stellungnahme zum Bündnis Kreis Göppingen Nazifrei und deren Pressesprecher

Am Samstag, dem 7. April 2012 gab es zum wiederholten Mal eine Nazidemonstration in Göppingen und Umland. Den Neonazis war es dank des antifaschistischen Engagements auch dieses Mal nicht möglich, ihre Aktionen durchzuführen. Neben Bürgerinnen und Bürgern aus Göppingen waren es vor allem AntifaschistInnen von außerhalb, die den Neonazis ihre Laune am Demonstrieren ordentlich vermiesten. Ohne die antifaschistischen AktivistInnen aus dem Göppinger Umland hätte es viel weniger bis gar keine Gegenwehr gegeben. 

Leider sind nicht alle Menschen in Göppingen erfreut über die Solidarität und den Widerstand der Antifa. So gab Alexander Maier, Pressesprecher des Bündnis Kreis Göppingen Nazifrei, Folgendes zu Protokoll: „Wir lehnen jegliche Gewalt ab, egal ob von rechts oder links. Leider können wir nicht beeinflussen, wer kommt.“ (Stuttgarter Zeitung vom 9.04.12) Der Extremismusideologie folgend setzt er so linke „Gewalt“, die in diesem Fall das Werfen von Eiern und Tomaten auf Nazis, mit rechter Gewalt gleich, die gerade in Göppingen unter anderem mehrfache Mordanschläge beinhaltet. Vor dem Hintergrund der NSU-Morde, den Versuchten Anschlägen auf Migranten in Winterbach erscheint eine solche Argumentation als haarsträubend und verantwortungslos für einen Sprecher eines Anti-Nazi-Bündnisses. Auch in der Vergangenheit fiel Alexander Maier schon dadurch auf, dass er versuchte Neonazis mit antifaschistischem Widerstand auf eine Stufe zu stellen. Auf der Gründungsveranstaltung des Bündnis Kreis Göppingen Nazifrei sagte er folgendes zu den GenossInnen des Antifaschistischen Aktionsbündnis Stuttgart und Region (AABS): „Vorhin haben die Nazis gestört, jetzt stört ihr“.

In einer Diskussion zwischen der Stadt Göppingen und Alexander Maier sagte er gegenüber den VertreterInnen der Stadt, er wolle die Antifa aus dem Bündnis ausschließen.

Alexander Maier versucht das Bündnis Göppingen Nazifrei massiv zu spalten. Durch die Reproduktion der Extremismustheorie, stellt er Neonazis und AntifaschistInnen auf dieselbe Stufe. Er unterstellt AntifaschistInnen Gewalt und verharmlost durch seine Aussagen die Gewalttätigkeiten und die menschenverachtende Ideologie der Neonazis.

Unser Ziel als sozialistischer Jugendverband ist es, gemeinsam und möglichst erfolgreich gegen jede Form des Faschismus zu kämpfen. Das ist nicht ohne die Mitarbeit der Antifaschistischen Gruppen möglich. Menschen, die Aktionsbündnisse spalten und somit den Widerstand gegen den Faschismus schwächen, können nicht SprecherInnen eines antifaschistischen Bündisses sein. Entweder Alexander Maier überdenkt seine Positionen und entschuldigt sich bei den AktivistInnen oder er tritt von seinem Amt als Sprecher des Bündnisses zurück. Nur gemeinsam und ohne innere Spaltung können wir den Kampf gegen den Faschismus im Kreis Göppingen noch gewinnen!

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