Von der Kita bis zur Hochschule: Bildungsungerechtigkeit beseitigen, Emanzipation ermöglichen!

Die Linksjugend [’solid] Baden-Württemberg fordert ein schnellstmögliches Ende der föderalen Bildungsungerechtigkeit in Deutschland und die rasche Umsetzung einer gesamtstaatlichen Bildungsstrategie, mit dem Ziel das Recht auf eine kostenlose und emanzipatorische Bildung für Alle zu verwirklichen. Dies ist für Uns nur durch eine umfassende Änderung des Grundgesetzes und durch die Abschaffung aller Bildungsgebühren möglich.

Dazu erklärt Sebastian Lucke, Mitglied im LandessprecherInnenrat der Linksjugend [’solid] Baden-Württemberg: „Es ist ein Skandal, dass die ungerechten Bildungsverhältnisse in Deutschland aus einer nicht nachvollziehenden Kleinstaaterei her resultieren, welche unter dem Synonym „Bildungshoheit der Bundesländer“ an antiquierte Zustände aus dem 19. Jahrhundert erinnert.

Ein erster Schritt gegen diese Bildungsungerechtigkeit muss daher die Aufhebung des Kooperationsverbotes zwischen Bund und Ländern sein, welches dem Bund bisher untersagt die Bildungseinrichtungen finanziell zu unterstützen, welche der Länderhoheit unterliegen. Das betrifft nicht nur die bereits geplante Förderung von Eliteuniversitäten, sondern vor allem auch die Breitenförderung aller Bildungseinrichtungen, gerade weil in keinem anderem Land der Erfolg im Bildungssystem so sehr von der sozialen Herkunft wie in Deutschland bzw. Baden-Württemberg abhängt.

Zur Verbesserung der Nachhaltigkeit von Bildungsprozessen kommt es allgemein darauf an, weg von der bloßen Vermittlung von kurzfristig wirtschaftlich verwertbarem Wissen hin zu einer ganzheitlichen emanzipatorischen Persönlichkeitsbildung zu gelangen, damit junge Menschen dahingehend befähigt werden, die gesellschaftlichen Verhältnisse, in denen sie leben, zu verstehen, kritisch zu reflektieren und gegebenenfalls verändern zu können.

Um die Unabhängigkeit und Unvoreingenommenheit von allen Bildungseinrichtungen zu garantieren, ist ein generelles Kooperationsverbot mit der Bundeswehr, mit allen Rüstungs-(Unternehmen) und mit anderen wirtschaftlichen Interessenverbänden zu erlassen.“

Lucke weiter: „Konkret braucht es hierfür eine länderübergreifende Anstrengung um das Betreuungsangebot von Kindertagesstätten so auszubauen, damit jedem Kind ein kostenloser KiTa-Platz zur Verfügung zu steht. Dafür bedarf es einer bundesweiten Aufwertung der Ausbildung, der Arbeitsbedingungen und der Vergütung von ErzieherInnen, neben einer angemessenen Umgebung für die Kinder, damit Kindertagesstätten nicht nur Orte der Betreuung sondern Zentren bestmöglicher frühkindlicher Entwicklung sind.

Ebenso verweisen Befunde aus der Bildungsforschung auf die Überholtheit des mehrgliedrigen Schulsystems in Deutschland und plädieren für eine schnelle Umsetzung der inklusiven Gemeinschaftsschule um einerseits individuelle Förderung für stärkere wie schwächere SchülerInnen zu gewährleisten und andererseits Bildungsungleichheit bei Kindern mit Migrationshintergrund und oder Behinderung abzubauen. Dafür sind bundesweit zentrale und gleichsam anerkannte Bildungsabschlüsse mit einheitlichen Lehrplänen eine wesentliche Voraussetzung.

Für das gleichzeitige Erlernen von Toleranz ist die demokratische Teilhabe von Jugendlichen flächendeckend auszubauen. So ist neben der Einrichtung von Jugendvertretungen in Form von z.B. Jugendparlamenten oder Jugendgemeinderäten u.a. eine Stärkung von Schülermitverwaltungen als gleichberechtigte Schülerinteressenvertretung z.B. in den Gesamtkonferenzen notwendig.

Konsequenterweise ist auch bei der Berufsbildung von jungen Erwachsenen dafür Sorge zu tragen, das bundeseinheitliche Regelungen erarbeitet werden, welche zu einem die demokratische Interessenvertretung der Auszubildenden und zu anderem neben den fachlichen Kenntnissen auch die emanzipatorischen Inhalte der Ausbildung, wie z.B. Arbeitnehmerrechte regelt.

Parallel dazu ist die verfasste Studierendenschaft für eine, nach unserem Anspruch, demokratische Hochschule die einzige Alternative um umfassende studentische Mitbestimmung zu gewährleisten. Das beinhaltet neben der satzungsmäßig verankerten Finanz- und Rechtshoheit, sowie die Möglichkeit sich zu allgemein- wie zu hochschulpolitischen Themen äußern zu dürfen, auch die studentische Mehrheitsvertretung in den etablierten Hochschulgremien.“

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