Internationaler Frauentag am 8.März: Wir stehen gemeinsam an der Seite der unterdrückten Frauen weltweit

Der Kampf um Befreiung ist gleichzeitig ein Kampf um Befreiung von patriarchalen Zwängen!
Hoch die internationale Solidarität! Hoch der Internationale Kampftag der Frauen!

“Alle Menschen sind frei und gleich an Würde und Rechten geboren” – Artikel 1 der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte. Doch weiterhin sieht die Realität gerade für Frauen anders aus:

Der Kampf für Frauenrechte ist für uns als sozialistische Jugend gleichzeitig ein Kampf gegen die Herrschaftsstrukturen eines globalisierten und kapitalistisch-patriarchalen Wirtschaftssystems in unserer heutigen Zeit! Frauen werden weltweit zur Prostitution gezwungen oder als billige Arbeitskräfte ausgebeutet. Jährlich werden ca. 500.000 Frauen von Menschenhändlern in die europäische Union eingeschleust und dort zu Zwangsarbeit und Prositution gezwungen. Die Dunkelziffer ist hoch, die Tendenz steigend. Frauenhandel ist die moderne Form der Sklaverei!

Außerdem wird Frauen das Selbstbestimmungsrecht über ihren Körper verweigert, z.B. durch Zwangssterilisationen und genitale Verstümmelung. Nach Angaben der Unicef werden weltweit ca. 8.000 Mädchen täglich an ihren Genitalien verstümmelt. Die WHO schätzt, dass bis zu 25 % der Frauen an den unmittelbaren und langfristigen Folgen dieser menschenverachtenden Eingriffe sterben. Eine weitere unerträgliche Tatsache ist die übermässige Abtreibung weiblicher Föten: in der Bevölkerungsstatistik fehlen über 60 Millionen Mädchen aufgrund selektiver Abtreibung, Kindesmord oder Tod durch Vernachlässigung.

Die Rolle des weiblichen Körpers in der Werbe- und Unterhaltungsindustrie ist eben falls von einer patriarchal dominierten Kultur geprägt. Eine gezielte Zerstückelung und Vermarktung des weiblichen Körpers durch Gen- und Reproduktionstechniken und ein heteronormatives Marketing zwängen den weiblichen Körper in die Logik kapitalistischer Verwertungsmechanismen. Zudem wurde die Hälfte aller ermordeten Frauen von ihren letzten oder ehemaligen Partnern oder Ehemännern ermordet. Nach Schätzungen des Bevölkerungsfonds der VN (UNFPA) werden weltweit jährlich über 5.000 Frauen Opfer sogenannter „Ehrenmorde”. Aber Gewalt gegen Frauen ist kein “typisch muslimisches” Phänomen.

Rund 25% aller Frauen werden in Deutschland nach Angaben des BMFSFJ Opfer häuslicher – also körperlicher und/oder sexueller – Gewalt. Damit, so das Ministerium, sind Frauen von häuslicher Gewalt mehr bedroht, als von anderen Gewaltdelikten wie Körperverletzung mit Waffen, Wohnungseinbruch oder Raub.Aber auch wirtschaftlich gesehen sind Frauen deutlich benachteiligt: die prekäre Beschäftigung nimmt gerade bei Arbeitnehmerinnen zu. Die Zahl von 5.532.842 Personen in prekären Arbeitsverhältnissen im Jahr 2003 erhöhte sich bis 2010 auf 7.274.398 im Jahr 2010. 63,5 % dieser Beschäftigten sind Frauen, also genau zwei Drittel.

So ist Deutschland dasjenige EU-Land, in dem die Einkommensunterschiede zwischen den Geschlechtern am höchsten sind: in der BRD verdienen Frauen im Schnitt 23% weniger als Männer. Ohne die gezielte Ausbeutung der weiblichen Arbeitskraft wäre der globalisierte, konzerngesteuerte Kapitalismus also nicht denkbar. Frauen und Kinder sind international die billigsten Arbeitskräfte. Nicht nur, dass Frauen in der typischen Paarbeziehung umsonst zu untergeordneten Hausfrauen gemacht werden, sie werden auch mehrheitlich zu schlechtbezahlten, unbeliebten Arbeiten herangezogen, ohne dass es dazu eine rationale Veranlassung gäbe. Sie sind die eigentlichen und zentralen Stützen des Kapitalismus und der Globalisierung, aber gleichzeitig auch ihre größten Opfer.

Frauen, steht auf für Gerechtigkeit, denn ihr seid stark!

Doch Frauen sind auch wichtige Akteure im Prozess politischer Veränderung und Emanzipation. Im Prozess der arabischen Revolutionen übernahmen Frauen die zentrale Rolle als Garantinnen friedlichen Protests. Die weibliche Fähigkeit, Konflikte friedlich zu lösen, sollte die UN- Resolution 1325 „Frauen, Frieden und Sicherheit“ nachhaltig stärken, um zum Beispiel Frauen gleichberechtigt an Friedensverhandlungen teilnehmen zu lassen. Obwohl mittlerweile 25 Staaten einen nationalen Aktionsplan zu ihrer Umsetzung verabschiedet haben, wies die schwarz-gelbe Koalition die völkerrechtliche bindende Resolution am 15.04.2011 erneut zurück. Auch in Deutschland ist der Einsatz für die Verwirklichung der allgemeinen Menschenrechte unerlässlich, denn Frauenrechte sind Menschenrechte!

Als sozialistische Jugendorganisation rufen wir daher alle dazu auf, am 8. März den Internationalen Kampftag der Frau zu feiern. Denkt an eure Genossinnen, Kolleginnen, Freundinnen, Partnerinnen, eure Mütter und Schwestern. Die Emanzipation von patriarchalen Herrschaftsstrukturen ist lange nicht abgeschlossen und nur wenn alle Geschlechter gemeinsam und gleichgestellt, sich gegenseitig respektierend sich an den sozialen, politischen und kulturellen Kämpfen beteiligen, kann es eine Zukunft geben, die für alle Menschen lebenswert ist.

Der Kampf um Befreiung ist gleichzeitig ein Kampf um Befreiung von patriarchalen Zwängen!
Hoch die internationale Solidarität! Hoch der Internationale Kampftag der Frauen!

solidbw.wordpress.com

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