PRESSEMITTEILUNG des Karlsruher Jugendbündnis „Gemeinsam Verändern“

Jugendliche schalten sich Integrationsdebatte ein

Unter dem Motto „Gemeinsam verändern“ diskutierten am Donnerstagabend 50 Jugendliche über das Thema Integration. Angestoßen durch die Sarrazin-Debatte haben sich mehrere Karlsruher Jugendverbände zusammengeschlossen, um gemeinsam an der Verbesserung der Lebensverhältnisse aller Menschen zu arbeiten, unabhängig ihrer Herkunft. In der Auftaktveranstaltung diskutierten Vertreter von vier Jugendverbänden ihre Positionen und Lösungsansätze in der laufenden Integrationsdebatte.

Einigkeit herrschte darüber, dass die in der Integrationsdebatte aufgeworfenen Probleme ihre Ursache in der sozialen Ungleichheit haben. Über Jahrzehnte habe die Frage der Integration in Deutschland keine Rolle gespielt. Erst mit der Verschärfung sozialer Probleme gewann das Thema an Brisanz. Zudem leiden Einwanderer immer noch unter struktureller Benachteiligung im Bildungsbereich und auf dem Arbeitsmarkt.

Parsa Marvi von den Jusos forderte daher das Wahlrecht für alle Bürger, die in Karlsruhe leben, unabhängig ihrer Staatsbürgerschaft. Zudem forderte Marvi eine Intensivierung von Integrationskursen und Unterstützung für gemeinsame Arbeit in Vereinen. Ilhan

Cankaya von der Solid drang auf eine radikale Veränderung des Bildungswesens und des Wirtschaftssystems, das darauf angelegt ist, eine Minderheit von Gewinnern und eine Mehrheit von Verlierern zu erzeugen. Auch Georg Weininger von der SJD – Die Falken sieht die Ursache der laufenden Diskussion in den herrschenden Konkurrenzverhältnissen, die nicht gegeneinander, sondern nur miteinander gelöst werden können. Dafür setzt er auf gemeinsame Arbeit und Projekte im Stadtteil und in der Freizeit. Als Vertreterin der migrantischen Selbstorganisation DIDF-Jugend fordert auch Alev Bahadir sich auf die

Gemeinsamkeiten zu besinnen. Jenseits ihrer Herkunft haben alle Menschen hier mit ähnlichen Umständen und Problemen zu tun. Dieses Bewusstsein hilft, gemeinsam weiterzukommen.

Dazu will das Jugendbündnis „Gemeinam verändern“ weiter einen Beitrag leisten und bereits Ende Mai ein interkulturelles Fest in Karlsruhe veranstalten.

 

HINTERGRUND

Verschiedene Vereine und Verbände, darunter die Föderation Demokratischer Arbeitervereine (DIDF), die SJD – Die Falken, die Naturfreundejugend, die Jusos und die Solid, haben sich zum Bündnis „Gemeinsam verändern“ zusammengeschlossen, um die gemeinsamen Themen, Sorgen und Fragestellungen von allen Menschen, die in Deutschland und Karlsruhe leben, in den Vordergrund zu stellen. Die Karlsruher Jugendorganisationen wollen vor allem in ihrer Stadt aktiv werden.

Der Sozialabbau, Studiengebühren und Kürzungen im Bildungsbereich, die Probleme der Industrienationen mit dem Klimawandel, niedrige Löhne und prekäre Beschäftigungsverhältnisse, die Perspektivlosigkeit von Jugendlichen ohne Arbeit und Ausbildung, Intoleranz, Diskriminierung und Ausgrenzung, sind für das Jugendbündnis Probleme, die alle Menschen in unserer Gesellschaft angehen. Viel zu sehr werde in der deutschen Debatte darauf geachtet, dass zwischen Themen für Migranten und Nicht-Migranten fein säuberlich getrennt wird – nicht zuletzt die Sarazzin-Thesen haben das schamlos offen gelegt.

Um überholte Strukturen und Denkmuster in unserer Gesellschaft aufzubrechen, sollen in den nächsten Monaten weitere inhaltliche Angebote, Diskussionsforen multikulturelle Feste und andere öffentliche Aktionen gemacht werden.

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