100 Jahr Internationaler Frauentag

Widerstand der auf Befreiung zielt – weltweit! Wir kämpfen weiter!

Dienstag 08. März 2011 – 19:30 Uhr im Jubez (Großer Saal) Kronenplatz – Karlsruhe

u.a. mit Dr. Salua Nour (Politikwissenschaftlerin)

Im Mittelpunkt unserer diesjährigen Veranstaltung steht sie solidarität mit den Aufständen gegen die Dikatauren u.a. in Ägypten und Tunesien. In der ersten Reihe der Bewegung stehen die Frauen. Sie spielen ihre eigenen Rolle im Aufstand. Diejenigen die oft ins Private verdammt sind strömen mit auf Straßen und Plätze und stellen ihre eigenen Forderungen. Schluss zu machen mit Jahrzehnten der Unterdrückung, der Erniedrigung und der Ausbeutung bedeutet für die Frauen auch Kampf für die eigene Befreiung.

Dr. Salua Nour wird über die Hintergründe des Aufstandes in Ägypten und die Rolle der Frauen berichten. Die Verhältnisse zum Tanzen zu bingen….Auch wir sind gefordert. Auch 100 Jahre nach der Einführung des Internationalen Fauentags ist der Kampf um Frauenrechte überall in der Welt auch in Deutschland nach wie vor brandaktuell.

Außerdem gibt es Live-Musik (Trommlerinnen und Frauen-Duo „Biestig“) Essen und Trinken, Info-Tisch

VeranstalterInnen: Frauenbündnis zum Internationalen Frauentag in Zusammenarbeit mit dem Jubez e.V.

Die Veranstaltung wird unterstützt von: Frauen von ver.di, GEW, Interventionische Linke (IL Karlsruhe), DIE LINKE – Karlsruhe, Freie Frauen Kurdistans und Initiative Grenzenlos u.a.

Hintergründe

Der Internationaler Frauentag oder Weltfrauentag wird weltweit von Frauenorganisationen
am 8. März begangen. Er entstand in der Zeit
um den Ersten Weltkrieg im Kampf um die Gleichberechtigung und das Wahlrecht für Frauen.

Auf der zweiten Internationalen Sozialistischen Frauenkonferenz am 27. August 1910 in Kopenhagen,
schlug die Sozialistin Clara Zetkin die Einführung eines internationalen Frauentages vor.
Die Idee stammt aus den USA. Dort hatten Frauen der Sozialistischen Partei Amerikas (SPA)
1908 ein Nationales Frauenkomitee gegründet, diese Komitee beschloss einen nationalen Kampftag für das
Frauenstimmrecht zu initiieren. Im Februar 1909 wurde der erste Frauentag begangen. Den Demonstrationen
schlossen sich bürgerliche Frauenrechtlerinnen an. Sozialistinnen und Frauenrechtlerinnen demonstrierten
gemeinsam für das Wahlrecht der Frau. Angespornt durch den Erfolg entstand die Idee diesen Protest zu
wiederholen, die US-Amerikanerin May Wood-Simons war schließlich diejenige die diese Idee nach Kopenhagen
brachte. Clara Zetkin und Käte Ducker setzten sich in Kopenhagen für einen Beschluss für den Frauentag ein.
Der Beschluss in Kopenhagen lautete: „Im Einvernehmen mit den klassenbewussten politischen und
gewerkschaftlichen Organisationen des Proletariats in ihrem Lande veranstalten die sozialistischen Frauen
aller Länder jedes Jahr einen Frauentag, der in erster Linie der Agitation für das Frauenwahlrecht dient.
[…] Der Frauentag muss einen internationalen Charakter tragen und ist sorgfältig vorzubereiten.“
Der erste Frauentag wurde am 19. März 1911 in Dänemark, Deutschland, Österreich-Ungarn und
der Schweiz gefeiert. Mit der Wahl des Datums sollte der revolutionäre Charakter des Frauentags
hervorgehoben werden, denn der Vortag, der 18. März, war der Gedenktag für die Gefallenen während
der Märzrevolution 1848. Außerdem hatte auch die Pariser Kommune 1871 im März begonnen.

Die vorherrschende Forderung der ersten Jahre war das streben nach freien, geheimen und gleichen
Frauenwahlrecht. Diese Forderung beruht auf die Erklärungen der Sozialdemokratie die sich als
einzige Partei vor 1900 für ein Frauenwahlrecht ausgesprochen hatte. Die Partei wollte auch 1912 einen
Frauentag durchführen und legte diesen auf den 12. Mai, die Beteiligung war noch größer als 1911. Es schien
aus ob sich der internationale Frauentag durchsetzen würde. Dies täuscht jedoch, denn als Clara Zetkin daran
ging, auch 1913 eine Veranstaltung zu organisieren stößt sie in machen Parteikreisen auf Abneigung, während
die Genossinnen vom agitatorischen Wert überzeugt sind.

Der Internationale Frauentag fand innerhalb der nächsten fünf Jahren ihren Platz in der sozialistischen
Bewegung. Durch den ersten Weltkrieg kam es zu einer Veränderung des Themas. Nicht mehr der Kampf um das
weibliche Wahlrecht stand im Mittelpunkt, sondern der Widerstand gegen den Krieg. Die Veranstaltungen wurden
allerdings von Repressionen begleitet und durch den mitgetragenen Burgfrieden waren kritische Veranstaltungen
nicht mehr erwünscht, so musste der Internationale Frauentag in die Illegalität gehen.

Im Jahr 1917 wurde, auf Grund von massiven Protesten, die sich vor allem an der Frage der Bewilligung von
Kriegskrediten und der Unterstützung des Kriegs entzündeten, die Unabhängige Sozialdemokratische Partei
Deutschlands (USPD), von enttäuschten Sozialistinnen gegründet. Sie beschlossen die Fortführung der
Internationalen Frauentages und organisierten eine „Rote Woche“ im Mai 1917 und 1918. Im November 1918
schien es dann so, als wenn der Frauentag aufhörte zu existieren. Die provisorische Regierung verkündigte
das freie, geheime aktive und passive Wahlrecht für Männer und Frauen ab 20 Jahren.

Am 08.März 1917 streiken in Sankt Petersburg die Arbeiter- und Soldatenfrauen und erstmals auch
Bauernfrauen der armen Stadtviertel auf der Wyborger Seite und lösten damit die Februarrevolution aus.
Zur Ehre der Rolle der Frauen in der Revolution wurde auf der zweiten Internationalen Konferenz
Kommunistischer Frauen 1921 der 08. März zum „Internationalen Frauentag“ erklärt.

Streik der Textilarbeiterinnen

Der 08. März wurde im Zuge des Kalten Krieges in Westeuropa und Nordamerika teilweise unpopulär. So entstand
eine alternative Herleitung des Frauentages. Im Mittelpunkt steht ein spontaner Streik von Textilarbeiterinnen,
der sich am 08. März 1857 in New York ereignete. Die Polizei schlug den Protest gegen niedrige Löhne und unzumutbaren
Arbeitsbedienungen brutal nieder. Genau fünfzig Jahr nach diesem Vorfall wurde am 08. März 1907 an diese Vorfälle erstmals
erinnert.

1975, im internationalen Jahr der Frau, richteten die Vereinten Nationen erstmals am 8. März eine Feier aus.
Dieses Datum als Internationalen Frauentag anzuerkennen, beschloss die Generalversammlung der UN im Dezember 1977.

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