Gelöbnis in Stuttgart durch Proteste gestört

Das GelöbNix-Bündnis spricht von etwa 1000 TeilnehmerInnen. Die Widerstandsaktionen wiesen ein ziemlich verstreutes Bild auf, da viele Aktionen nicht zentral, sondern auf einer großen Fläche rund um das Neue Schloss stattfanden. Daher war es auch nicht so einfach die genaue TeilnehmerInnenzahl zu ermitteln. Einige PassantInnen schlossen sich sogar den Protesten an und viele Ladenbetreiber in der Stuttgarter Innenstadt schimpften gegen das Spektakel der Bundeswehr, die solch ein Chaos in den Straßen verursachte. Verständlich, denn an die drei Stunden lang war die Königgstraße von Schloss bis zur Marschallstraße gesperrt. Die Stuttgarter Innenstadt glich einer Festung. Die Polizei mobilisierte 1500 Beamte nach Stuttgart.

Etwa 200 Demonstranten Blockierten die St. Eberhards Kirche in der Stuttgarter Fußgängerzone, die Polizei ging rabiat gegen die BlcokeirerInnen vor, in dem sie einen Teil erstmal in die Marschallstraße drängte und dann dort für ca. eine halbe Stunde einkesselte. Die Blockade vor der Kirche blieb zwar vorerst noch standhaft, wurde aber dann komplett abgeführt und festgenommen.

Eine Sambagruppe, die die Aktionen der FriedensaktivistInnen mit Trommelschlägen begleitete, wurde ebenso festgenommen, wie weitere 77 Personen, von denen der Großteil allerdings noch am selben Abend frei gelassen wurde. Die Polizei veranstaltete rund um das militaristische Spektakel Personenkontrollen bei „verdächtig aussehenden“ Menschen. Einige AktivistInnen bekamen Verwarnungen, weil sie in Richtung der vereidigten Soldaten „Mörder“-Rufe skandierten. Neben den Schickanen der Polizei gab es viele kreative Aktion rund um das abgeschirmte Gelände. Eine Autonome Gruppe veranstaltete wohl auf der Marienstraße eine Spontandemonstration mit bengalischen Feuern.

Am Rande der Proteste machte die Mövenpick-Partei (FDP) auf sich aufmerksam. Sie zeigte Schilder mit der Aufschrift „Danke Soldaten“ und bekundeten ihre Solidarität mit den Kriegern. Bald schon waren sie umringt von diskussionsfreundigen FriedensaktivstInnen, so dass es ihnen zu heikel wurde und die Polizei zu ihrem Schutz anrücken musste.

Eins muss man allerdings als Erfolg verbuchen: für die angehenden Soldaten ist ihr Schwur aufs Vaterland keineswegs ruhig verlaufen. Um das gesamte Areal der Festlichkeiten, bei dem Größen aus Politik und Militär zugegen waren, bekundeten die Gelöbnis-GegnerInnen lautstark ihren Protest. Ob mit Trommeln, Trillerpfeiffen, Vuvuzelas, Megaphonen oder durch die Kraft ihrer Stimmbänder – für die Krieger und ihre befehlshabenden Vorgesetzten ein Tag, an denen ihnen gezeigt wurde, dass sie von der Bevölkerung keine Bewunderung für ihre Taten ernten, sondern Spott, Kritik und Ablehnung.

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