Protest Aktion an der Uni Karlsruhe am 08.06.2010

„Deutsche Waffen, Deutsches Geld, morden mit in aller Welt.“

KIT bietet Rüstungsunternehmen eine Werbeplattform
Schüler und Studierende protestierten heute Nachmittag mit kreativen Aktionen gegen die
Präsenz der Rüstungsunternehmen auf dem Campus. Sie enthüllten ein großes Transparent
mit der Aufschrift „bonding – erlebe, was du werden kannst und überlege, ob du es werden
willst“ und den Namen der Toten des Bombenangriffes von Kunduz vor dem Stand des
Bundesamtes für Wehrtechnik und Beschaffung(BWB). „Auch wenn ich selbst keine Bombe
werfe, trage ich durch mein Handeln und meine Arbeit Mitverantwortung an den Toten“,
verkündete ein Studierender vor dem Stand des BWB.


Die Proteste richten sich gegen die Firmenkontaktmesse „bonding“, die vom 7. bis 9. Juni auf
dem Gelände des KIT stattfindet. Auf der Messe sind etliche Rüstungsunternehmen vertreten,
darunter EADS, ThyssenKrupp, Thales, Diehl AG und das Bundesamt für Beschaffung und
Wehrtechnik. Diese Unternehmen tragen Mitverantwortung für Kriegsopfer auf der ganzen
Welt. Trotzdem lässt die Universitätsleitung zu, dass sie auf der Messe ungehindert junge
Menschen anwerben können.
Studierende werden mit dem Versprechen gelockt, beim BWB Ingenieurleistung pur erleben
zu können. „Keine Vorgaben, keine Grenzen ‚Kreativität trifft Sicherheit – das ist die Freiheit
die wir meinen“‘, heißt es in der Werbeanzeige.
„Unser Protest hat mit der Freiheit von Forschung und Lehre zu tun. Der Bologna-Prozess
und sinkende Finanzmittel verschärfen die Abhängigkeit von wirtschaftlichen Interessen.
Universitäten müssen hingegen Motor für eine friedliche und nachhaltige Zukunft sein. Der
Wissenschaft ist aufgetragen, Strategien und Technologien für humanitäre Zwecken zu
entwickeln. Dazu muss sie frei sein und darf nicht unter Geheimhaltungsvorschriften stehen“,
erklärt Wolfgang Neu von der Gewerkschaftlichen Studierendengruppe.
Die Gewerkschaftliche Studierendengruppe fordert zusammen mit weiteren studentischen
Gruppen, dass das KIT in keiner Art und Weise mit Firmen zusammenarbeitet, die an Krieg
Geld verdienen. Sie darf solchen Firmen weder eine Werbeplattform bieten, noch an
gemeinsamen Forschungsprojekten arbeiten.
Es muss endlich eine echte Zivilklausel in die Grundordnung des KIT aufgenommen werden.

Unterzeichner: Gewerkschaftliche Studierendengruppe Karlsruhe, solid Karlsruhe

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