Mit Bundeswehr-Plakat den Nerv getroffen

Mit Bundeswehr-Plakat den Nerv getroffen

Linksjugend [’solid], Presse >  21. April 2010

In der BILD, auf RTL.de sowie in weiteren Medien stößt ein Plakat der Linksjugend [’solid] mit dem Titel „Beim Bund ist alles doof“ derzeit auf heftige Kritik. Die Empörung richtet sich hierbei vor allem gegen die linke Bundestagsabgeordnete Yvonne Ploetz, deren Bürotür von dem Plakat geschmückt wurde, bis es gestern polizeilich entfernt wurde.

Zu den Presseberichten über das Plakat erklärt MdB Yvonne Ploetz: „Natürlich provoziert die Karikatur. Und das soll sie auch. Provokationen bieten Raum für Debatten, die in einer Demokratie dringend nötig sind. Und das ist insbesondere an der Stelle mehr als geboten, an der sich FDP und CDU nicht nur mit Ihrer Politik gegen die Überzeugung von 70 Prozent der Bevölkerung stellen, sondern dabei das Leben unschuldiger Menschen aufs Spiel setzen. Ich wehre mich entschieden gegen die Auffassung, damit Soldatinnen und Soldaten zu verhöhnen. Genau das Gegenteil ist der Fall. Ich möchte, dass sie schnellstmöglich unversehrt nach Hause kehren können. Wir brauchen endlich ein Umdenken in der Afghanistanstrategie. Krieg ist kein Mittel der Politik!

Dass solche öffentliche Debatte politisch nicht gewollt ist, zeigen die weit überzogenen Kommentare der Bild-Zeitung ebenso deutlich, wie der Sachverhalt, dass das Plakat mittlerweile auf Anordnung des Verwaltungsdirektors des Bundestag polizeilich von der Tür des Abgeordnetenbüros entfernt wurde.

Dem Plakat wird vor allem Hohn gegenüber den ISAF-Soldat_innen in Afghanistan und ihre angebliche Darstellung als Schweine vorgeworfen. Um die Beleidigung von Soldaten in Afghanistan geht es der Linksjugend [’solid] jedoch nicht und das Plakat ist auch deutlich älter als die aktuelle Debatte zum Afghanistan-Einsatz. Konstantin Bender, Bundessprecher des Jugendverbandes, erklärt: „Mit dem Plakat bringen wir unsere Ablehnung gegenüber Krieg und Militarismus, Bundeswehr und Wehrpflicht zum Audruck. Gerade erst sollen wieder vier afghanische Schüler durch deutsche Soldanten erschossen worden sein. Deutschland ist einer der größten Waffenexporteure weltweit und beruft sich dann ausgerechnet mit Kriegseinsätzen auf seinen Beitrag für den Frieden. “

Die Bestellungen des Plakates sind seit der Berichterstattung sprunghaft gestiegen. Bender hierzu: „Offenbar haben wir mit dem Plakat einen Nerv getroffen. Jüngst wurde ja bekannt, dass die CIA sich Gedanken über eine Kampagne machte, um der breiten Ablehnung des Afghanistan-Einsatzes in der Bundesrepublik zu begegnen. Offenbar bläst die BILD jetzt ins selbe Horn. Wenn als Reaktion darauf viele derjenigen, die den Einsatz in Afghanistan ablehnen, unser Plakat in ihr Wohnzimmer hängen, würde uns das sehr freuen.“

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