Internationaler Frauentag

Der Internationale Frauentag blickt auf eine lange Tradition zurück. Im Jahr 1908 streikten, erstmals 20 000 Hemdennäherinnen für menschenwürdige Behandlung, gleichen Lohn für gleiche Arbeitsleistung und ausreichend Mutterschutz für die Arbeiterinnen.

In Europa beschloss die 2. International Sozialistische Frauenkonferenz, auf Initative der deutschen Sozialistin Clara Zetkin, am 27. August 1910 in Kopenhagen die Einführung eines jährlichen Internationalen Frauentages. Mehr als 100 Delegierte aus 17 Ländern nahmen daran teil.

Der erste Internationale Frauentag fand 1911 in Dänemark, Deutschland, Österreich, der Schweiz und den USA statt. Millionen Frauen beteiligten sich und forderten unter anderem Arbeitsschutzgesetze, Wahl- und Stimmrecht für Frauen und ein menschenwürdiges Leben ohne Krieg und Gewalt.

Fast ein Jahrhundert später gibt es keinen Grund, auf den Internationalen Frauentag zu verzichten oder ihn als überholt und nicht mehr zeitgemäß zu betrachten. Obwohl viel für Frauen erreicht worden ist, verdienen Frauen immer noch weniger als ihre männlichen Kollegen für die gleiche Arbeit und sind in Deutschland nur rund 10 Prozent Frauen in Leitungspositionen zu finden, obwohl Mädchen hierzulande bessere Schul- und Ausbildungsabschlüsse erzielen als Jungen.

Gewalt gegen Frauen und Mädchen nimmt weltweit zu

Frauenmorde in Mexiko, Genitalverstümmlung in Afrika, Vergewaltigungen im eigenen Wohnzimmer – auf der ganzehn Welt werden Frauen Opfer von Gewalt und die Gewalt gegen Mädchen und Frauen nimmt weltweit zu.

Gewalt gegen Frauen tägliche Realität, in allen Gesellschaften rund um den Erdball und über die Grenzen von Wohlstand hinweg – jede dritte Frau auf der Welt wird mindestens einmal in ihrem Leben geschlagen, vergewaltigt oder sexuell missbraucht. Weltweit werden jährlich mehr als zwei Millionen Mädchen zwischen vier und zehn Jahren durch Beschneidung im Genitalbereich verstümmelt. Anlässlich der Berichterstattung über die furchtbare Flutkatastrophe in Südasien war zu lesen, dass gerettete Frauen in Auffanglagern vergewaltigt und Mädchen, die ihre Familien in den Wassermassen verloren haben, von Menschenhändlerringen verschleppt und als Arbeitskräfte und Prostituierte angeboten wurden.

Diskriminierung von Mädchen

55 Millionen Mädchen besuchen keine Grundschule – das ist eine ungeheure Zahl. Nur weil sie keine Jungen sind, führen Millionen Kinder ein Leben zweiter Klasse und werden in ihren Gesellschaften diskriminiert. Insbesondere in der Textilindustrie werden Mädchen mit frühstem Alter als billige Arbeitskräfte missbraucht und sind zu Hause oft auch noch feste Bestandteile der Haushaltsführung. Für eine eigenständige Entwicklung bleibt kein Raum. Bekommen sie eigene Kinder bleibt auch die damit verbunden Arbeit und Verantwortung meist an ihnen hängen. Gerade in religiösen Kulturen ist für sie als Alleinerziehende Elend und Verdrängung an den Rand der Gesellschaft vorprogrammiert – was aber ebenso auch ein Phänomen westlicher Gesellschaften ist.

Darum!
Der Kampf um Gleichberechtigung, Akzeptanz und Wahrnehmung verschiedener bestehender Lebensrealitäten und das Engagement für eine Befreiung eines jeden einzelnen aus seiner tradierten Geschlechterrolle und damit erst die Ermöglichung freier Selbstentfaltung muss weitergehen. Damit untrennbar verbunden ist auch die Verdrängung von Krieg und Gewalt, der Zugang zu Bildung für alle Menschen und die Durchsetzung sozial gerechter Gesellschaft- und Wirtschaftsformen weltweit.

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